Anatomiehain und Gräber der Armen am Wiener Zentralfriedhof:
Tor 2, Gruppe 12; Tor 3, Gruppe 26

Führung Zentralfriedhof Wien - Anatomiehain und Gräber der Armen

Schon zu Lebzeiten entscheiden Menschen, dass sie ihren Körper der Medizin für wissenschaftliche Forschungen zur Verfügung zu stellen. Eine schriftliche Willenserklärung ist dafür notwendig.

Die „Körperspende“ ist heutzutage nicht mehr gratis, die Kosten betragen in etwa € 1.000,--.

Die ersten anonymen Begräbnisse erfolgten ab 1975 in Särgen, nahe dem evangelischen Friedhof, Gruppe 26. Zwischenzeitlich wurden Beisetzungen hinter den Arkaden, Gruppe 12, auch weiterhin anonym, durchgeführt.

Seit März 2009 gibt es den neuen, 8-eckigen gestalteten Anatomie-Hain für die nun kremierten Verstorbenen am Gräberfeld des Anatomischen-Institutes. Die Zahl Acht steht dabei symbolisch für den Anfang und Neubeginn. Durch gewünschte Namenstafeln der Angehörigen wird die bisherige Anonymität der Verstorbenen aufgehoben und die erforderliche  Trauerarbeit ist hier nun gut und vielleicht auch leichter möglich.

In der Zeit um Allerseelen gedenken die Professoren und die Studenten der Anatomie „ihren“ Verstorbenen durch Blumen, Kränze und Gebete.

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Armengräber

Einst wurden die sozial bedürftigen Menschen Wiens in so genannten „Armengräbern“ auf mehreren Wiesen bestattet.

Am Wiener Zentralfriedhof geschah dies früher in den Gruppen 40 und 37. Heutzutage werden aus frei gewordenen, aufgelassenen Gräbern die so genannten „Sozialgräber“.

Ist die Konfession der Verstorbenen nicht bekannt, werden sie mit der katholischen Begräbnisliturgie begleitet und beigesetzt.

Die Achtung, die Christen den Toten entgegenbringen zeigt sich auch darin, Namen auf das Grab zu schreiben. Jeder Mensch besitzt nicht nur einen irdisch-bürgerlichen Namen, er hat vor allem bei Gott einen „eingeschriebenen“ Namen.