Evangelischer Friedhof: Tor 4

Führung Zentralfriedhof Wien - Evangelischer Friedhof

Die ersten Begräbnisse evangelischer Verstorbener fanden im 16. Jahr- hundert am Mariazeller oder Kaiserlichen Gottesacker vor dem Schottentor statt. Jahrhundertelang sind hier die evangelischen Bürger/-Innen in eigenen Abteilungen beerdigt worden.

Nach der zweiten Türkenbelagerung 1683 verfiel der verwüstete Friedhof, konnte jedoch mit protestantischen Geldern nochmals aufgebaut werden. Doch auch er wurde - wie alle übrigen - aufgrund der kaiserlichen Begräbnisreform 1784 aufgelassen. Und von nun an wurden die Protestanten auf den neuen communalen, katholischen Vorortefriedhöfen beigesetzt.

Als im Zuge der Konkordatsverhandlungen 1855 jedoch getrennte Begräbnisstätten vorgeschrieben wurden, wird drei Jahre später der evangelische Matzleinsdorfer-Friedhof eröffnet und geweiht.

Da ein Ausbau des Friedhofs behördlich abgelehnt wurde, erwarben die evangelischen Gemeinden A.B. und H.B. ein 250 ha großes Areal an der Ostseite des bereits bestehenden Zentralfriedhofes.

1904 fand die Eröffnung und Weihe statt. Die Verwaltung obliegt dem Friedhofsausschuss der evangelischen Gemeinden A.B. und H.B.

Führung Zentralfriedhof Wien - Evangelischer Friedhof

Unprätentiös und in einer fast anheimelnden Atmosphäre lädt der evangelische Teil zu einem kontemplativen Erkundungsgang ein. Und recht versteckt sind sogar Bienenstöcke zu entdecken...

Einige Ehrengräber am evangelischen Friedhof:

Tina Blau 1845 – 1916 Malerin
Emilie Flöge 1874 – 1952 Modeschöpferin
Egon Friedell 1878 – 1938 Schriftsteller, Kunsthistoriker
Ludwig Hevesi 1843 – 1910 Kunstkritiker, Schriftsteller
Johann Rathausky 1858 – 1912 Bildhauer