Führung Zentralfriedhof Wien - griechisch-orthodoxe Gräber

Ein Platz für alle am Wiener Zentralfriedhof – die christlich-
orthodoxen Begräbnisstätten

Die griechisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft beerdigt seit 1869 ihre Glaubens-angehörigen  in der Gräbergruppe 30 A,  beim Tor 2, hinter den Arkaden.
Die ersten Ansiedlungen von Griechen in Wien sind nach 1685 feststellbar. Als Kaufleute erhielten sie Privilegien und Handelsfreiheiten. In Wien existiert ihre Kirche existiert seit dem 18. Jahrhundert.

Die rumänisch-orthodoxen Christen kamen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Wien. Gemeinsam mit der Griechisch-Orthodoxen Kirche erfolgte die Anerkennung durch das Toleranzpatent des Kaisers Joseph II. – und gemeinsam zelebrierte man die Liturgie der Gottesdienste in Griechisch. 1906 nützten die rumänisch-orthodoxen Gläubigen die Möglichkeit eine eigene Gemeinde zu gründen. In der Kapelle „Zur  Auferstehung Christi“ des Palais Dietrichstein feiern sie nun die  Gottesdienste in ihrer Landessprache. Ihre Gräber sind beim Tor 3, Gruppe 38.

Führung Zentralfriedhof Wien - syrisch-orthodoxe Gräber

Die bulgarisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Wien wurde 1967 gegründet und zwei Jahre später von der Republik Österreich staatlich anerkannt. Ihre Verstorbenen werden ebenso in der Gruppe 38 begraben; dabei wird Altkirchenslawisch, Bulgarisch und Deutsch gesprochen. Am Ende der Beisetzung wird gekochter Weizen als Symbol für die Auferstehung Christi gereicht.
Die syrisch-orthodoxe Gemeinde beerdigt ihre Verstorbenen im  Gräberhain Gruppe 27 A. Es ist eine der Urkirchen, die ihre Entstehung auf die Tätigkeit der Apostel Paulus, Barnabas und Petrus in Antiochien sowie auf die der Apostel Taddäus und Thomas in Edessa zurückführt. Die Liturgie, wie auch die Begräbnisliturgie wird in aramäischer Sprache, zumeist auch in Türkisch und Arabisch zelebriert.

Aus meiner Erinnerung: An einem Ostermontag besuchte ich mit Gästen den syrisch-orthodoxen Gräberhain. Weihrauchduft lag über der Wiese, auf der hölzerne Tische mit Osterspeisen standen. Die Angehörigen der Gemeinde, dem Anlass entsprechend sehr festlich gekleidet, feierten die Auferstehung Christi mit einer Gräbersegnung und mit einem gemeinsamen, fröhlichen Osteressen.

Führung Zentralfriedhof Wien - russisch-orthodoxe Kirche

Beim Gräberhain Gruppe 27A  befinden sich ebenfalls die Gräber der koptisch-orthodoxen Gemeinde. Als solche traten die Kopten seit 1976 in Österreich auf. 1998 – 2002 errichteten sie  eine Kirche im 22. Wiener Gemeindebezirk. Die Koptisch-Orthodoxe Kirche sieht sich als erste Kirche Afrikas, die ihre Gründung auf das Wirken des Apostels Markus zurückführt.

Die russisch-orthodoxe Abteilung ist seit 1894 in der Gräbergruppe 21 (Nähe Tor 2) letztendlich irdisch beheimatet. Im Jahr  1761 wurde die erste „russische Mission“ in Wien errichtet und ein Jahr später kam der erste russisch-orthodoxe Priester um die damalige Botschaftskapelle zu betreuen. Die Friedhofskapelle „Zum Heiligen Lazarus“ liegt inmitten eines mit Hecken umfriedeten, kleinen Grundstücks. Seit der letzten Renovierung strahlt und scheint das neu vergoldete Zwiebeltürmchen himmelwärts.

Die erste serbisch-orthodoxe  Kirchengemeinde wurde 1860 in Wien gegründet und 1967  anerkannt.  Die neu gegründete Gemeinde zum Heiligen Sava, dem Schutzpatron aller Serben, erhielt eine eigene Parzelle in der Gruppe 68 B, 69 C, Tor 3. Ganz besonders bunt, mit Fotos von Verstorbenen und fröhlichen, pausbäckigen Engeln sind hier die Gräber geschmückt.